Ein Rohstoff-Chart ist der Ort, um mit der Recherche über die Rohstoffmärkte zu beginnen. Der Blick auf einen langfristigen Rohstoffindex-Chart ist der beste Weg, schnell zu erkennen, wie sich die Rohstoffpreise in den letzten Jahrzehnten nach oben und unten bewegt haben.

Der CRB-Index, der 1957 entwickelt wurde, ist der beliebteste Rohstoffindex. Er hatte in seiner Geschichte einige verschiedene Sponsornamen, darunter zuletzt The Thomson Reuters/Jefferies CRB Index.

Der Index besteht derzeit aus den folgenden 19 Rohstoffen: Aluminium, Kakao, Kaffee, Kupfer, Mais, Baumwolle, Rohöl, Gold, Heizöl, Lean Hogs, Lebendvieh, Erdgas, Nickel, Orangensaft, Silber, Sojabohnen, Zucker, bleifreies Gas und Weizen.

Das Diagramm zeigt die Gewichtung dieser Rohstoffe im Index (Klick auf die Diagramme vergrößert).

CRB-Index Gewichtung der Rohstoffe

Mit konkreten Werten:

CRB-Index Werte

 

Andere Instrumente für die Langzeitforschung

Research ist eine wichtige Aufgabe, wenn es um erfolgreiches Handeln und Investieren in Rohstoffmärkte geht. Während jeder Rohstoff spezifische Merkmale aufweist, bewegen sich die Rohstoffpreise als Anlageklasse tendenziell gemeinsam. Deshalb ist es immer eine gute Idee, sich die Charts der Rohstoffindizes anzusehen, um Trends zu identifizieren. Bevor man in bestimmte Rohstoffe investieren oder handeln möchte, sollte man immer sicherstellen, dass der allgemeine Trend der Rohstoffpreise eine Long- oder Short-Position unterstützt. Je mehr man diese Hausaufgaben macht, desto besser sind die Chancen auf ein erfolgreiches Ergebnis.

Der CRB ist der beliebteste Rohstoffindex, aber es gibt auch andere, die bestimmte Sektoren innerhalb der Anlageklasse widerspiegeln. So ist beispielsweise der XLE oder Energy Select Sector SPDR ein hervorragender Index, um zinsbullische oder bearishe Trends auf dem Rohölmarkt zu beobachten.

Rohstoffe bewegen sich in der Regel in langfristigen Zyklen, die im Durchschnitt etwa 18 Jahre dauern. In den 1970er Jahren gab es einen Bullenmarkt für Rohstoffe, der bis Anfang der 1980er Jahre dauerte. Das zyklische Verhalten an den Rohstoffmärkten scheint sich in den letzten Jahren aber verkürzt zu haben. Im Jahr 2003 entwickelte sich ein insgesamt bulliger Markt, der bis 2011/2012 dauerte. Der folgende vierjährige Baisse-Markt scheint zu Ende gegangen zu sein, wobei viele Rohstoffe Anfang 2016 die Talsohle erreicht haben.

Rohstoffe und der Dollar

Es besteht eine historische umgekehrte Beziehung zwischen dem US-Dollar und den Rohstoffpreisen. Betrachtet man also ein Diagramm der US-Währung, so zeigt es oft genau den gegenteiligen Trend der Rohstoffpreise. Denn der Dollar ist die Reservewährung der Welt und der Maßstab für die meisten Rohstoffpreise. Wenn der Wert des Dollars steigt, tendieren Rohstoffe dazu, sich nach unten zu bewegen und umgekehrt. Bei der Analyse von Rohstofftrends kann der Trend des Dollars viel über den zukünftigen Weg der Rohstoffpreise sagen.

 

CRB-Index Rohstoffe und der US-Dollar

 

Höhere Zinsen tendieren eher zu Baisse und niedrigere Zinsen tendieren zu Aufwärtsbewegungen.

Zinssätze spielen auch eine wichtige Rolle auf dem Weg zum geringsten Widerstand gegen die Rohstoffpreise. Höhere Zinssätze erhöhen die Kosten für die Lagerhaltung, so dass sie tendenziell ein bearisher Faktor sind. Niedrigere Zinssätze tun genau das Gegenteil und sind tendenziell ein Aufwärtsfaktor. Als die Zinsen in Europa und Japan 2016 in den negativen Bereich gerieten, erholten sich die Preise vieler Rohstoffe von den Tiefstständen mehrerer Jahre. Die Überwachung der Zinssätze ist eine gute Möglichkeit, die allgemeine Entwicklung der Rohstoffpreise abzuschätzen.

Eine weitere Möglichkeit, nach zinsbullischen oder -bearishen Zeichen im Rohstoffsektor zu suchen, besteht darin, die Währungen der Nationen zu beobachten, die von diesen Rohstoffen abhängig sind, um Einnahmen zu erzielen. Die Währungen von rohstoffproduzierenden Ländern wie Australien, Brasilien und Kanada tendieren dazu, sich synchron zu den Rohstoffpreisen zu bewegen.

Zusammenfassung

Die jüngste Hausse bei Rohstoffen begann 1999 und erreichte 2008 ihren bisherigen Höhepunkt, da viele Rohstoffe Rekordstände erreichten. Rohstoffe wurden als Vermögensanlage immer häufiger eingesetzt und viele neue Rohstoff-ETFs wurden aufgelegt. Dieser Bullenmarkt unterscheidet sich ein wenig von dem Bullenmarkt der 1970er Jahre, der eine hohe Inflationsrate widerspiegelte.

Langfristige Indexcharts für Rohstoffe bieten ein schnelles Bild des aktuellen Status langfristiger Trends, aber Dollar, Zinssätze und Rohstoffwährungen sind ebenfalls wichtige Kennzahlen, die man beobachten sollte, wenn man versucht, einen langfristigen Gesamttrend in der Anlageklasse zu erkennen.