Die Märkte für Grains dümpeln seit Ende des vergangenen Jahres vor sich hin. Die Preise der wichtigsten Commodities bewegen sich in einer Seitwärtsrange, Open Interest und Volume zeigen keinerlei Ausschläge.

Die Märkte haben sich zur Ruhe begeben

Weizen ZWH19

Beispiel Weizen ZWH19

Soja ZSH19

Beispiel Soja ZSH19

Corn ZCH19

Beispiel Corn ZCH19

Dies ist nach der amerikanischen Ernte nicht ungewöhnlich. Dieser Rückgang der Volatilität in den letzten zwei Monaten ist jedoch selbst historisch gesehen in einem solchen Ausmaß unerreicht. Das Wetter hat keinen Einfluss auf die Preise (es sei denn, ein katastrophales Wetter trifft den Kontinent), die wesentliche Kraft, die die Märkte bewegt sind die Nachfrage und vor allem die Exporte. Und hier stimmt es nicht. In den Märkten ist ÜBERHAUPT NICHTS los.

Dies könnte sich aber bald ändern.

Der US-Government Shutdown war vermutlich der Hauptgrund für den Rückgang der Volatilität zum Jahreswechsel. Die CFTC hat die Veröffentlichung neuer COT-Daten eingestellt. Viele Händler hatten damit eine wichtige Information über die Marktlage verloren. Die steigende Unsicherheit führte dazu, dass die Händler nicht bereit waren, größere Positionen im Markt zu eröffnen. Sie hielten sich zurück, was die Preisbewegungen gebremst haben dürfte. Außerdem haben wir auch die Berichte des US-Landwirtschaftsministeriums USDA verloren. Der entscheidende WASDE-Bericht wurde im Januar nicht veröffentlicht. Dadurch haben wir wichtige grundlegende Daten verloren.

Aktuelle COT- Daten lassen aber noch auf sich warten. Die CFTC arbeitet zunächst die alten Daten auf und trotz beschleunigter Veröffentlichung (Dienstags UND Freitags) werden zeitlich aktuelle Daten erst wieder im März erhältlich sein [ vgl. unseren Newsletter v. 06.02.2018, Aufzeichnung hier ]. Aber eine andere Behörde hat schneller reagiert:

Das USDA (U.S. Department of Agriculture) hat, nachdem es ebenfalls vom Shutdown betroffen war und die Veröffentlichungen im Januar ausblieben, gestern den aktuellen WASDE- Bericht für Februar veröffentlicht.

Dieser Bericht wird monatlich vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium veröffentlicht (in der Regel zwischen dem 8. und 12. jedes Monats). Er enthält eine umfassende Prognose hinsichtlich Angebot und Nachfrage für die Agrarprodukte (global und USA) und den Viehbestand (nur USA). Der Bericht bietet eine Analyse der grundlegenden Bedingungen der Agrarmärkte. Zielgruppe sind Landwirte, Regierungen und andere Marktteilnehmer – also jene Kräfte an den Futuresmärkten, deren Handel dann im COT- Report ersichtlich wird. Er wird weithin als der Maßstab angesehen, mit dem alle anderen privaten und öffentlichen Prognosen für die Landwirtschaft verglichen werden.

Nach langer Zeit haben die Märkte also endlich wieder wichtige Informationen über Angebot und Nachfrage. Und dies kann zu erheblichen Marktbewegungen führen. Diesen Umstand müssen wir berücksichtigen, nicht nur wenn wir Getreide, sondern beispielsweise auch Fleisch, Baumwolle oder Zucker in einer Position halten.

Handelskrieg und (k)ein Ende?

Ein weiterer Impuls für die Märkte könnte sich aus der Tatsache ergeben, dass der vorübergehende Waffenstillstand im Handelskrieg zwischen der USA und China zum 01. März endet.

Die beiden Länder haben am Rande des G20-Gipfels in Argentinien Anfang Dezember einen kurzen Waffenstillstand erreicht. Insbesondere die Zusage Chinas, die Einfuhr von US-Sojabohnen wieder zuzulassen, war erheblich. Die zentrale Botschaft war jedoch der Abbau der bilateralen Spannungen, die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation ist dadurch zurückgegangen.

Die USA und China müssten nun aber zu einem endgültigeren Abkommen gelangen. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass dies passieren wird. Es gab am Freitag Informationen, dass sich die Regierungschefs beider Länder mit Sicherheit nicht mehr vor dem 1. März treffen werden. In jedem Fall werden die Märkte durch die nahende Frist nervöser und die gestrigen Informationen haben die Getreidepreise sofort absinken lassen.

Wir bei Insider Week sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Wir werden die derzeitige Situation weiter beobachten in unseren Handelsplänen der kommenden Tage berücksichtigen.

Dranbleiben und

HAPPY TRADING

 

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