Der Commitments of Traders (CoT)-Report ist ein Börsenbericht, der von der amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) wöchentlich veröffentlicht wird.

Die CFTC wurde 1974 vom amerikanischen Kongress als unabhängige Behörde geschaffen.

Sie hat den Auftrag, die Rohstoff- und Optionsmärkte in den Vereinigten Staaten zu regulieren. Durch diese Aufsicht stellt die CFTC sicher, dass die Futures-Märkte zwei wichtige Funktionen erfüllen: die Preisbildung im Rohstoffsektor und die Verminderung des Preisrisikos am Futures- und Optionsmarkt.

Der Bericht stellt die US- Futures als transparente Finanzinstrumente dar und schafft dadurch faire Wettbewerbsbedingungen für alle großen und kleinen Händler an den Futuresmärkten. Er wird normalerweise am Freitag (um 21:30 Uhr MEZ) auf der CFTC- Webseite veröffentlicht und stellt die Positionen der reportpflichtigen Marktteilnehmer dar. Diese Positionen werden von den Brokern an die CFTC gemeldet und dort analysiert und verifiziert. Die Daten beziehen sich auf die Marktsituation zum Handelsschluss am Dienstag der betreffenden Handelswoche.

Inhalt und Aussagekraft des Reports

Vorweg muss eines klargestellt werden: DEN COT-Report gibt es eigentlich nicht, es existieren nämlich eine ganze Reihe unterschiedlicher Formate, die sich im Laufe der Zeit und der Geschichte des Reports herausgebildet haben. Sie beleuchten dann auch z.T. spezielle Bereiche der Futuresmärkte wie z.B. der Traders in Financial Futures (TFF) – Report, der die Händler in Finanzterminkontrakten wie Währungen, US-Schatzpapiere, Eurodollars, Aktien, VIX oder den Bloomberg-Rohstoffindex umfasst.

In diesem Artikel befasse ich mich ausschließlich mit dem Legacy-Report, dem ursprünglich nach Börsenplätzen gegliederten Bericht, und hier nur den “Futures Only”– Bericht, nicht den “Futures & Options Combined – Report”.

Eine genauere Aufstellung und Erläuterung der einzelnen Berichte findest du hier: Formate des COT-Reports I – Überblick

Nach dem Download des aktuellen Berichts über die Website der CFTC zeigt sich dir folgendes Bild. (Klicke auf die Grafiken zum Zoomen)

 

COT-Report Wheat Dec.2019 - AusschnittZu sehen sind die Long- und Shortpositionen der drei Gruppen von Marktteilnehmern (eine Besonderheit stellt der Wert “Spreads” der Gruppe Non-Commercials dar, die uns im Moment aber nicht näher interessieren soll). Darüber hinaus zeigt der Bericht das gesamte Open Interest in diesem Markt.

 

Die Marktteilnehmer

Am Markt sind zwei große Gruppen von Marktteilnehmern aktiv: die Commercials und die Non-Commercials. Non-Commercials werden auch als Large Speculators bezeichnet. Diese beiden Gruppen sind die Meldepflichtigen (Berichtspflichtigen) Händler, mit dem Fachbegriff Reportables genannt. Die dritte Gruppe, die Non-Reportables (oft auch Small Speculators oder Small Traders genannt) ergibt sich rein rechnerisch, indem die Gesamtzahl der Long- bzw. Shortpositionen der Reportables vom gesamten Open Interest abgezogen wird.

Commercials – die Hedger

Als Commercials werden Marktteilnehmer bezeichnet, die an den Terminmärkten vor allen aus Gründen der Absicherung agieren. Ein anderer Begriff für Commercials ist Hedger. Es handelt sich um erzeugende oder verarbeitende Unternehmen, die sich am Terminmarkt gegen Preisschwankungen absichern wollen, um die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen zu umgehen. Commercials spekulieren nicht. Sie wollen sich absichern, indem sie entgegen den Preiserwartungen Positionen eröffnen.

Ein Commercial produziert ein Produkt und hat deshalb einen größeren Vorrat des Produkts oder er benötigt das Produkt für seine Unternehmung zur Verarbeitung. Commercials sind beispielsweise große Agrarkooperativen oder multinationale Produktionsunternehmen (Nestle, Procter&Gamble…)

Non- Commercials – die großen Spekulanten

Anders die Non-Commercials. Hierbei handelt es sich um diejenigen Teilnehmer am Markt, die spekulative Geschäfte in großem Umfang tätigen. Es sind institutionelle Trader, Hedgefonds oder große Investmentbanken, die mit ihren Positionen die Grenze der Meldepflicht überschreiten.

Non- Reportables – die kleinen Fische

Die Zahlen der Non-Reportables ergeben sich nur rechnerisch, indem die Summen der Reportables vom Gesamtwert des Open Interest abgezogen werden. Non-Reportables, nicht anzeigepflichtige, sind “kleine Trader wie du und ich” oder auch Handelsunternehmen (kleine Banken, Handelshäuser), die jedoch die festgelegten Grenzwerte an gehandelten Kontrakten nicht überschreiten.

Nutzen des Reports für unser Trading

Wir nutzen den COT-Report als Quelle fundamentaler Informationen für unser Handeln. Dabei betrachten wir in allererster Instanz die Nettopositionen der Commercials (Nettopositionen ergeben sich als Differenz aus Longposition — Shortposition).

Warum ausgerechnet die Commercials?

Die Commercials produzieren Rohstoffe und versorgen den Weltmarkt damit. Oder sie benötigen die Rohstoffe in großer Menge für ihre Geschäfte. Die Existenz dieser Leute hängt von den Rohstoffen ab, und natürlich von den Rohstoffpreisen. Aufgrund ihrer unmittelbaren Verflechtung mit den Rohstoffen werden die Commercials künftige Preisentwicklungen sehr viel früher Vorhersehen als andere Teilnehmer am Markt – und sich dagegen absichern.

Commercials handeln in der Regel Antizyklisch. Ihre Positionen lassen einen Rückschluss auf die zu erwartende Marktbewegung zu. Diese Daten dienen uns NICHT als Timinginstrument!

Mit anderen Worten: Nur weil die Commercials jetzt extrem auf die Short-Seite schwenken heißt NICHT, dass wir morgen mit großer Wucht Short in den Markt einsteigen. Aber es ist ein Hinweis auf eine Marktsituation, die dazu tendiert, zu drehen. Es ist jetzt angeraten, diesen Markt zu analysieren und genau zu beobachten, denn hier kann bald eine Bewegung stattfinden, die wir dann ausnutzen.

Ein Beispiel: Soybeans 12/2018 – 11/2019

COT-Report Soybeans - Nettopositionen

Zu sehen sind der Preis am Sojabohnenmarkt und die Nettopositionen der drei Teilnehmergruppen (Wochenchart). Betrachte die Nettopositionen der Commercials (rote Linie) und den Soybeans- Kurs an den Punkten A und B und die darauf folgende Preisentwicklung.

COT-Report: die weitere Auswertung

Der COT-Report ist kein Timinginstrument. Er zeigt uns Märkte, in denen es zu einem Trendwechsel kommen könnte, gibt uns aber keine klaren Informationen, WANN ein Einstieg in den Markt erfolgen sollte.

Diese Informationen finden wir, indem wir den betreffenden Markt in einer anderen Zeiteinheit – dem Tageschart – analysieren und mit hilfe diverser Indikatoren einen Einstiegszeitpunkt ermitteln.

In unserer Tradinggruppe Praxis kommunizieren wir diese Informationen in täglichen Handelsplänen. Schau dich dort einmal um!

Schaue dir unser Video zum COT-Report an! 

Zum Video

Die Kraft der COT - Video